3. Tag (28.10.07) Seoul / Incheon

Dieser Tag begann mit einem Besuch des Olympia-Parks, 1988 fanden die olympischen Sommerspiele ja in Seoul statt.


Worauf warten denn nur all die jungen Mädels?


Ah, wohl eine Boyband.


Im Olympia-Park gibt's jede Menge Skulpturen ...


Irgendwo müssen 10 Millionen Seouler ja leben.


Konditorei und Backerei Graz in der U-Bahn Passage (diese Passagen verlaufen teilweise unter ganzen Straßenzügen, etwa der Euljiro auf der Länge von 3 Metro-Stationen).


Der Jogyesa (조계사) Tempel ist der Hauptsitz des buddhistischen Ordens Koreas Jogyejong - ganz bescheiden liegt er inmitten der modernen Stadt.


7-stöckige Pagode





Ganz in der Nähe vom Tempel ist eine beliebte Einkaufsgegend, hier ein Blick in die Insadonggil (인사동):


rush-hour


Koreaner bereiten anscheinend auch in Restaurants ihr Essen gerne selber zu: Bulgogi-Lokale findet man sehr häufig. Hier sadak bulgogi (Huhn über glühenden Holzkohlen, die in einem massiven Metalltopf in die entsprechende Tisch-Aussparung gestellt werden). Daneben findet man noch Miso-Suppe, Gemüse, Kimchi, eine Art Omlette, Chilli-Sauce, etc. Ganz rechts liegen Shrimps in einem Salzbett, das von einem Gaskocher heiß gehalten wird.


Die vielen Schläuche fungieren nicht als Dunstabzug, wie ich anfangs annahm, sondern als eine Art Fön, um die Kohle am Glühen zu halten.

4. Tag (29.10.07) Hiroshima

Bereits um 9:40 Uhr stand der Weiterflug nach Hiroshima am Plan, darum hatte ich für die vorangehende Nacht ein Hotel in der Nähe des Flughafens Incheon gebucht. Mit dem Hotel-Shuttlebus dauerte es dann auch nur 15 Minuten zum Flughafen.

Nach einem kurzen Flug landeten wir am Flughafen von Hiroshima.


Vom Flughafen ging's per Linienbus zum Busbahnhof von Hiroshima, dabei bekam man erste Eindrücke von Stadt und Land. Die Umgebung erinnert optisch ans Waldviertel, wobei es Ende Oktober vergleichsweise noch grüner war.

In der Stadt fiel die nicht unbedingt gelungene Farbgebung der meisten Gebäude auf: braun und grau, oft ist die Fassade gefliest.


Für uns ungewohnt: Stromkabel sind meistens über der Erde verlegt, was optisch nicht gerade elegant wirkt.


Typisch japanisch: alle Taxis (ohne Ausnahme) haben weiße Spitzen-Sitzüberzüge:


Die Stadt Hiroshima ist untrennbar mit dem ersten Atombomben-Abwurf verbunden, und so führte auch unser erster Weg ins Friedensmuseum (平和記念資料館).


Hier wird der Opfer der Atombombe gedacht. Neben den unmittelbar zu Tode gekommenen gab es auch in den Jahren danach viele tausend Opfer der Strahlenbelastung.
Das Museum informiert über die Gründe, warum die US-Amerikaner Hiroshima als Ziel des Abwurfs wählten, über Technik der Atom- und Wasserstoffbomben, über Opfer, deren Schicksale und Geschichte, die Zerstörung der Stadt und Spätfolgen der Atomstrahlung. Des weiteren haben sich Stadt und Museum zum Ziel gesetzt, eine Atomwaffen-freie Welt zu erreichen. So sendete der jeweils amtierende Bürgermeister nach jedem Atomwaffentest ein individuelles Protestschreiben an den Botschafter des betroffenen Staates. Alle Schreiben sind im Museum ausgestellt.

Ein Modell der Stadt nach der Explosion: nahezu alle Gebäude sind zerstört, die rote Kugel stellt die Position des Feuerballs dar.


Durch die Hitze- und Druckwelle verformte Gegenstände.


Memorial Cenotaph - In diesem Monument werden die Namen aller Opfer bewahrt, und noch immer kommen jedes Jahr neue Namen hinzu. Im Hintergrund sieht man die Friedensflamme und den A-Bomb Dome.


A-Bomb Dome

Children's Peace Monument (原爆の子の像) - Gedenken an Sadako Sasaki und tausende weitere Opfer im Kindesalter.


Hondori - Die Haupteinkaufsstraße wurde überdacht, um auch bei Wind und Wetter komfortabel bummeln zu können.


In Japan allgegenwärtig: Spielhallen.


OZ162 Airbus 321 HL-7723
0951 - 1116 (1h25)

5. Tag (30.10.07) Hiroshima / Miyajima

An diesem Tag stand die heilige Insel Miyajima (宮島), am Programm, eine der "drei schönsten Landschaften Japans (日本三景 - nihon sankei)".

Direkt vor dem Hotel hält die Straßenbahn, die nicht nur mit modernen Modellen betrieben wird ...

Neben dem Fahrer arbeitet in jedem Wagen ein Schaffner, der nicht nur alle Stationen ankündigt, sondern auch von den Fahrgästen beim Aussteigen den Fahrpreis kassiert und sich von jedem einzeln mit Verbeugung verabschiedet.


Am Bahnhof von Hiroshima kauften wir Tickets für die Fahrt nach Kyoto und Tokyo mit dem Shinkansen und suchten mithilfe der spärlichen englischen Beschilderung unseren Zug Richtung Miyajima. Kurz später fuhr der entsprechende Zug ein und nach einer halbstündigen Fahrt erreichten wir die Station Miyajima-Guchi, wo man in die Fähre zur Insel umsteigen kann.

Auf der Insel wird man gleich am Hafen von zahmen Wild begrüßt ...

... das sich bisweilen auch ganz frech selbst bedient.

Am Weg warten gefährliche Fallen, doch zum Glück wird man rechtzeitig gewarnt ...

Übersichtskarte

Das berühmte "Torii" (鳥居) des Itsukushima-Schrein (厳島神社 - Itsukushima-jinja). Das Tor ist nur bei Flut von Wasser umgeben, bei Ebbe kann es von der Insel zu Fuß erreicht werden.

Der Itsukushima-jinja ist ein Shintō-Schrein und gehört seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe; hier mit Senjokaku (千畳閣) und Gojuto (五重塔) im Hintergrund.


Der Schrein ist ein großer Komplex aus Pavillons und Stegen und befindet sich komplett über Wasser. Er wurde so angelegt, damit ein Besuch ohne Berührung der heiligen Insel möglich ist. Leider wird der Schrein dadurch regelmäßig durch Typhoone in Mitleidenschaft gezogen.

Häufig finden hier Trauungen und andere religiöse Feste statt.

Hier war gerade ein Shintō-Priester mit einem mir unbekannten Ritual beschäftigt:

Im modernen Alltagsleben der Japaner spielen sowohl Shintō als auch Buddhismus eine gewisse Rolle, wobei die Mehrzahl keinen Widerspruch darin sieht, sich zu beiden Religionen zu bekennen. So befindet sich auch gleich neben dem Schrein ein buddhistischer Tempel (Daiganji).

Sehr malerisch gelegen: der Daishoin Tempel.

Die Tempelanlage besteht aus zahlreichen Gebäuden, Pavillons, Höhlen, Gärten, Teichen und Treppen. Dazu gibt es eine Vielzahl an Buddha-Statuen und Darstellungen von Gottheiten oder Geistern, denen Opfer (Münzen, Lebensmittel, Blumen, Kränze) gebracht oder die mit Wasser übergossen werden.

Am Tempelgelände gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Götter gnädig zu stimmen. Auf diesen Holzbrettchen werden Wünsche aufgeschrieben:

Kleiner Ausschnitte eines Pfades voller Buddha-Figuren.

Hier die Gesamtübersicht - jedes farbige Symbol entspricht einer Figur.

5-stöckige Pagode neben dem "1000 Matten"-Tempel (Senjokaku - 千畳閣).

Die vor der Küste von Hiroshima gezüchteten Austern haben in Japan einen hervorragenden Ruf; hier frisch gegrillt vor einem Restaurant.


Als Spezialität Miyajimas gelten die in vielen Lokalen vor Ort hergestellten Momiji manjū (もみじ饅頭) - eine Art Bisquit-Teig in Ahorn-Form, gefüllt mit süßer Bohnenpaste. Früher in Handarbeit zuberteitet, sind heute zumeist derartige Vorrichtungen am Werk:

Ganz lecker schmecken diese kleinen Kuchen, wenn sie auf ein Stäbchen gesteckt in eine Art Palatschinkenteig getaucht und anschließend in heißem Öl kross gebacken werden.


Zurück in Hiroshima, ein Blick in einen typischen Straßenzug.


Die Ausgeh-Gegend: nicht gerade romantisch, durch die engen Straßen drängen sich unentwegt Taxis, Rotlichlokale reihen sich an Restaurants und Discos. Für uns ungewohnt: Die Lokale sind längst nicht nur ebenerdig, sondern meist gibt es pro Gebäude 3-7 Stockwerke mit weiteren Restaurants und Bars, die über Stiege oder per Lift erreichbar sind.


Bestellt man einen Pflaumenwein, hat man die Qual der Wahl (gleiches gilt bei Reiswein):